Flasche erkannt, aber die Abfüllung startet nicht: Warum?
Der Sensor leuchtet, doch die Maschine füllt nicht. Sensorsignal, SPS-Eingang, Halterrückmeldung und Zyklusfreigaben helfen, den wartenden Schritt zu finden.
Eine vom Sensor erkannte Flasche bedeutet nicht, dass die SPS alle Bedingungen zum Füllstart erfüllt sieht. Das Ausgangssignal muss den richtigen SPS-Eingang erreichen, vom Programm passend ausgewertet werden und die definierten Freigaben müssen vorliegen.
Die Maschine kann weiterhin auf Halterposition, Automatikbetrieb, Abschluss des vorherigen Zyklus oder Produktbereitschaft warten. Abläufe und Statusbilder sind Konzeptbeispiele, keine Live-Diagnose einer bestimmten Maschine. Das generierte Titelbild ist illustrativ.
1. Sensoranzeige und SPS-Eingang unterscheiden

Die entscheidende Frage lautet: Welcher SPS-Eingang ändert sich tatsächlich, wenn die Flasche ankommt? Je nach Sensormodell zeigt eine LED Versorgung oder Schaltzustand an. Das sind unterschiedliche Informationen.
Eine befugte Person kann mit dem sicheren Diagnoseverfahren der Maschine folgende Kette verfolgen:
- Reagiert der Sensor auf die Flasche?
- Passt der Ausgang zur vorgesehenen PNP-/NPN- oder anderen Schnittstelle?
- Entsprechen Verdrahtung und Eingangsbezug den Schaltplänen?
- Ändert sich der richtige physische SPS-Eingang?
- Verwenden Programm und HMI dieselbe Eingangsinformation?
Eine HMI-Lampe kann bei falscher Variablenzuordnung oder veralteten Werten nach Kommunikationsverlust täuschen. Der Leitfaden zur HMI-SPS-Kommunikation hilft bei dieser Unterscheidung.
2. Flasche vorhanden, aber eine weitere Freigabe fehlt?
Eine Maschine kann einige der folgenden Bedingungen verwenden. Die Liste ist kein verbindliches Programm für jede Anlage:
- Automatikbetrieb und Startanforderung
- Stabile Flaschenerkennung an der Füllposition
- Bestätigte Stopper- oder Halterposition
- Geeignete Position einer beweglichen Düse
- Bereite Produktzufuhr
- Vorheriger Zyklus abgeschlossen und neuer Zyklus möglich
- Erforderliche Freigabe des Maschinensicherheitssystems
Die erste unerfüllte Bedingung finden. Der konkrete Wartegrund hilft mehr als eine einzige Lampe „nicht bereit“. „Warten auf Rückmeldung Halter geschlossen“ grenzt die Prüfung besser ein.
Sicherheitseingänge nicht überbrücken, SPS-Eingänge oder -Ausgänge nicht zur Fehlersuche erzwingen und Schutzeinrichtungen nicht umgehen. Prüfung und Eingriff erfolgen durch befugte Personen gemäß sicheren Arbeits- und Energieisolationsverfahren der Maschine.
3. Beweist ein Schließbefehl die geschlossene Halterposition?

Nein. Der SPS-Ausgang zum Ventil und das tatsächliche Erreichen der Zylinderposition sind verschiedene Informationen. Ist ein Positionssensor vorhanden, muss die erwartete Rückmeldung überprüft werden.
Bei aktivem Schließbefehl ohne Rückmeldung kann die Bewegung fehlen, die Endlage nicht erreicht werden oder Sensor beziehungsweise Leitung das Signal nicht richtig übertragen. Aus dem Befehl allein lässt sich keine einzelne Ursache sicher ableiten.
Versorgungsdruck, Ventilverhalten und Mechanik nach den Wartungsvorgaben beurteilen, nicht nach einem beliebig gewählten Druckwert. Ohne Positionssensor keine angenommene Position als bestätigte Rückmeldung anzeigen. Ein zeitgesteuerter Schritt liefert eine andere Bestätigung und muss entsprechend definiert sein.
4. Wartet die Maschine im falschen Modus oder alten Zyklus?

Flaschenerkennung muss nicht selbstständig einen neuen Zyklus auslösen. Die Maschine kann im Handbetrieb, pausiert, nach Zyklusende wartend oder auf eine neue Startbedingung angewiesen sein.
Einige Programme erkennen eine neue Flasche erst, nachdem der Eingang frei wurde und erneut aktiv wird. Eine ständig vor dem Sensor stehende Flasche erzeugt keine neue Flanke. Ob dieses Verhalten richtig ist, hängt vom Arbeitsablauf ab; Flankenerkennung zu entfernen ist keine allgemeine Lösung.
Rezeptwechsel, ein erreichtes Chargenziel oder eine Stoppanforderung im Zyklus können den Folgeschritt beeinflussen. Es muss klar sein, was Reset zurücksetzt und ob danach eine neue Startanforderung nötig ist. Das Beheben einer Störung darf keinen unerwarteten automatischen Wiederanlauf verursachen.
5. Füllbefehl aktiv, aber kein Produktfluss?
Unterscheiden: Wechselt die SPS nicht in den Füllschritt, oder entsteht trotz aktivem Schritt kein physischer Fluss?
Bei aktivem Befehl ohne Produktfluss Zufuhr, Pumpe, Ventil und Düsenweg anhand ihrer Unterlagen untersuchen. Eine HMI-Animation beweist weder ein geöffnetes Ventil noch strömendes Produkt. Ohne geeignete Durchfluss- oder Messrückmeldung darf keine direkte Erfassung durch das Programm vorausgesetzt werden.
Fließt Produkt, aber die Menge stimmt nicht, hilft der separate Leitfaden zu Unter- und Überfüllung bei der Mengen- und Durchflussprüfung.
6. Können transparente Flaschen oder Vibration das Signal stören?
Ja. Sensorprinzip und Anwendung beeinflussen die Erkennung. Material, Farbe, Etikett, Abstand und Hintergrund berücksichtigen. Ein herkömmlicher Sensor erkennt transparente Flaschen nicht zwangsläufig zuverlässig.
Vibration oder eine Flasche an der Erfassungsgrenze können wiederholtes Schalten auslösen. Eingangsfilter und Stabilitätszeit anhand des realen Signals und der Zyklusanforderungen beurteilen. Eine pauschal längere Verzögerung kann schnell vorbeifahrende Flaschen übersehen lassen. Die modellspezifische Einstell- oder Teach-Anleitung verwenden.
Was sollte dokumentiert werden?
- Betriebsart und Wartemeldung
- Sensoranzeige mit und ohne Flasche
- Betroffener SPS-Eingang und Programmvariable
- Halter-/Düsenbefehl und vorhandene Positionsrückmeldung
- Wartender Zyklusschritt und fehlende Freigabe
- Auftreten bei jeder Flasche, nach Pausen oder Produktwechseln
Die Aufzeichnungen helfen, Erkennung, Ablauf und physische Bewegung zu trennen. Unsere HMI-Bedienbildbeispiele zeigen geeignete Bedieninformationen.
Häufige Fragen
Beweist eine leuchtende Sensor-LED korrekte Verdrahtung und SPS-Eingänge?
Nein. Bedeutung der Anzeige, Ausgangstyp, Verdrahtung und tatsächlichen Wechsel am richtigen Eingang gemeinsam prüfen.
Warum funktioniert es manchmal nach Reset?
Reset kann einen definierten Warte- oder Zykluszustand ändern. Das beweist nicht, dass die Ursache behoben ist. Fehlende Bedingung und Schritt vor dem Reset festhalten.
HMI zeigt eine Flasche, SPS aber nicht: Was prüfen?
Variablenzuordnung, Aktualität und Kommunikation des HMI-Objekts kontrollieren. Anzeige und realer SPS-Eingang müssen dieselbe Quelle darstellen.
Technische Quellen
- Banner Engineering: Anwendungsbeispiel für transparente Flaschen
- ifm: Positionserkennung an Pneumatikzylindern
Die Quellen erläutern Erfassungsprinzipien. Für Anschluss und Einstellung sind die aktuellen Modellunterlagen der tatsächlichen Sensoren und Maschinengeräte maßgeblich.