SPS-Fehlercodes: Was bedeuten RUN-, STOP- und ERROR-LEDs?
SPS-Fehlercodes und LED-Anzeigen richtig einordnen: CPU-Modell, Ereignisfolge, Delta D1004 und Siemens-Diagnosepuffer prüfen.
RUN-, STOP- und ERROR-Anzeigen liefern erste Hinweise, aber noch keine vollständige Fehlerdiagnose. Lesen Sie CPU-Modell, Dauerlicht oder Blinkmuster und Diagnoseeintrag gemeinsam. Die LED-Tabelle eines Herstellers lässt sich nicht auf eine andere Steuerung übertragen.
Ein Maschinenstillstand bedeutet nicht automatisch eine defekte SPS. Auch Kommunikationsverlust, eine abweichende Modulkonfiguration, ein Betriebsartenwechsel oder eine fehlende Prozessfreigabe können die Produktion stoppen. Die folgende Reihenfolge hilft vor einem Hardwaretausch oder einer neuen Programmübertragung.
Welche Informationen zuerst sichern?

Fotografieren Sie das CPU-Typenschild und die Anzeigen zusammen. Nehmen Sie ein kurzes Video auf, wenn eine LED blinkt. Notieren Sie Zeitpunkt und letzte Tätigkeit: Einschalten, Produktwechsel, Modultausch oder Programmübertragung.
Unterscheiden Sie die Quelle der Meldung. CPU-ERROR, Bedienpanelalarm und Antriebsfehler gehören zu unterschiedlichen Diagnosen. Eine HMI-Meldung kann vom Maschinenprogrammierer als Prozessalarm definiert sein und muss kein ursprünglicher CPU-Fehler sein.
Was bedeuten RUN, STOP und ERROR grundsätzlich?
RUN bedeutet nicht, dass die Maschine fahren muss
Eine CPU im RUN bestätigt nicht sämtliche Prozessfreigaben. Das Programm kann auf eine Türbedingung, Druck, Produkterkennung, ein Rezept oder eine andere Voraussetzung warten. Prüfen Sie die betreffenden Eingänge und den wartenden Schritt statt nur die Betriebsartenanzeige.
Wenn eine Abfüllanlage die Flasche erkennt, aber nicht startet, hilft der Beitrag Flasche erkannt, aber keine Abfüllung bei der Eingrenzung.
Bei STOP zuerst den Auslöser feststellen
STOP allein beweist keinen Hardwaredefekt. Klären Sie, ob ein Bedienbefehl, eine Engineering-Tätigkeit oder ein Diagnoseereignis den Zustand ausgelöst hat. Prüfen Sie Ereignisfolge und sicheren Maschinenzustand, bevor Sie die Betriebsart wechseln.
ERROR-Dauerlicht und Blinken getrennt bewerten
Ein modellspezifisches Beispiel: Die Siemens-Dokumentation zur S7-1200 V20 beschreibt grünes STOP/RUN-Dauerlicht als RUN, gelbes als STOP und abwechselnd grün/gelb als STARTUP. Rotes ERROR-Blinken kann verschiedene Diagnoseursachen haben. Verwenden Sie die LED-Tabelle des konkreten Modells; dieses Beispiel gilt nicht pauschal für andere CPU-Familien.
Wo lässt sich der SPS-Fehlercode ablesen?
- Gerät bestimmen: Stammt der Code von CPU, E/A-Modul, Kommunikationsmodul, HMI oder Antrieb?
- Eintrag vollständig erfassen: Alle Zeichen, Untercodes, Modul- oder Kanalangaben und den Zeitpunkt notieren. „Die rote LED leuchtet“ reicht zur Eingrenzung nicht aus.
- Passendes Handbuch verwenden: Produktfamilie, Hardware und Firmware müssen zur Diagnosebeschreibung passen.
- Zahlenformat prüfen: Hexadezimale und dezimale Darstellung unterscheiden. Unterschiedliche Darstellungen desselben Werts sind keine unterschiedlichen Fehler.
Beispielsweise bezeichnet das passende Delta-Handbuch für DVP-ES2/EX2/SS2/SA2/SX2/SE/TP D1004 als Register für Syntaxprüfungsfehler. D1004 ist die Adresse; der darin gelesene Wert ist der Fehlercode. Diese Zuordnung gilt nicht automatisch für jede Delta-SPS. Nutzen Sie das zugehörige DVP-Handbuch und bei der Softwareauswahl unseren WPLSoft-ISPSoft-Vergleich.
Erstes Ereignis und Folgealarme trennen

Ein ursprünglicher Fehler kann mehrere Folgealarme auslösen. Eine nicht erreichbare dezentrale Station kann zunächst eine Kommunikationsmeldung und anschließend den Verlust einer Zyklusfreigabe verursachen. Die zuletzt sichtbare Meldung beschreibt daher möglicherweise die Folge.
Der Siemens-Diagnosepuffer dient zur Prüfung zeitbezogener Betriebsartenwechsel und Diagnoseereignisse. Vergleichen Sie anhand der Dokumentation zum Diagnosepuffer die Einträge zum Fehlerbeginn. Notieren Sie eine falsch eingestellte CPU-Uhr; ein einzelner Zeitstempel genügt dann nicht zur Rekonstruktion der Reihenfolge.
Die SPS ist im RUN, aber die Maschine läuft nicht
- Ist Automatikbetrieb gewählt, oder fehlt ein Rezept beziehungsweise eine Betriebsfreigabe?
- Wird der Sensorzustand tatsächlich am SPS-Eingang und nicht nur im HMI angezeigt?
- Meldet ein Antrieb oder ein dezentrales E/A-Gerät einen eigenen Fehler?
- Welcher Ablaufschritt wartet, und welche Bedingung erlaubt den nächsten Schritt?
Wenn sich Bildschirmwerte nicht aktualisieren, prüfen Sie die HMI-SPS-Kommunikation. Ein alter HMI-Wert beweist keinen aktuellen Eingangszustand. Überbrücken Sie keine Sicherheitseingänge und erzwingen Sie keine Ausgänge für einen Test; ziehen Sie befugtes Fachpersonal hinzu.
Was vor einem Reset sichern?
Sichern Sie den vollständigen Code, die Ereignisliste, das LED-Video und die letzte Änderung. Das Verhalten beim Reset oder Spannungsausfall hängt von der CPU ab; vorübergehende Befunde können danach fehlen. Werkseinstellungen, Speicherlöschen oder ein neues Programm sind kein Ersatz für das Lesen der Diagnose.
Testen Sie die Maschine nach der Ursachenbehebung kontrolliert. Prüfen Sie, ob der Fehler ausbleibt und der erwartete Zyklus richtig abgeschlossen wird. Dokumentieren Sie die konkrete Änderung im Wartungsprotokoll; „Reset durchgeführt“ hilft beim nächsten Fehler nur begrenzt.
Welche Angaben helfen bei einer Supportanfrage?
CPU-Modell, LED-Video, vollständiger Code oder Meldungstext, Ereigniszeitpunkt, letzte Änderung und verfügbare Projektdateien bilden eine gute Grundlage. Kedi Machine bietet SPS-Programmierung und Automatisierungsunterstützung auch für vorhandene Maschinen. Dieser Leitfaden hilft beim Sammeln der Informationen und beim Finden der richtigen Fehlertabelle; er ersetzt das Handbuch Ihres Geräts nicht.